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"Haben Sie schon einmal etwas von Victoria Morton gehört? Diese äußerst geschäftstüchtige Dame aus Übersee hat, neben einigen anderen lukrativen Zaubermittelchen, das so genannte Goldwasser entwickelt. Das geheimnisumwitterte Mineralstofflösung ist die Grundlage für die Victoria Morton Ganzkörperwickel, mit denen man laut Prospekt nach zehn Behandlungen um durchschnittlich eine Kleidergröße schlanker wird. Die erste Reaktion jedes vernünftigen Menschen wird wohl die sein reine Geschäftemacherei, und wieder einmal eine von diesen Methoden, die Übergewichtigen Hoffnung macht, trotz ihres geliebten täglichen Schmalzbrotes an Gewicht zu verlieren. Kann ja nicht funktionieren, wie soll ein Wickel auch Fett abbauen – ist ja logisch, oder? Also, ganz so logisch ist es nicht – es funktioniert nämlich. Wie, ist niemanden so ganz klar, aber schlanker wirdman allemal. Es ist zwar kein Fett, das man verliert, aber laut Theorie ist es Flüssigkeit, die aus den äußeren Gewebeschichten gepresst wird. Wie auch immer - letztendlich ist es den zahlreichen Kundinnen und auch Kunden der österreichischen Lizenznehmerin Diplomkrankenschwester Margit Margreiter egal, was ihren Umfangsverlust bewirkt.
10.840 cm weggewickelt
„In unserem ersten Jahr, 1996, konnten wir 5.843 cm wegwickeln, 1997 waren es bereits 10.840. Heuer werden es vermutlich noch etwas mehr sein", begeistert sich Margit Margreiter für ihre Methode. Ihre vornehmlich weiblichen, vereinzelt jedoch auch männlichen Kunden unterziehen sich am Anfang zweimal in der Woche folgender Prozedur: Der gesamte Körper wird in der Unterwäsche mit Bandagen, die in Goldwasser getunkt waren, eingewickelt. Dabei kann das dreiköpfige Wickelteam auch modellieren. Margreiter. ´“Mit speziellen Wickeltechniken lassen sich Reiterhosen verbessern, ein Hängebauch straffen oder auch die Taille schmälern." Bandagen werden deshalb verwendet, um der Haut Atmung zu ermöglichen. Danach bekommt die fertige Mumie einen Poncho übergestreift, damit die Körperwärme erhalten bleibt. Danach beginnt das 60minutige Tänzchen. Zu heißen Rock 'n' Roll Klängen sollten sich die Mumien so viel wie möglich bewegen und auch den Flüssigkeitsverlust durch Trinken ausgleichen. Zur Wahl stehen ein Stepper, ein Trampolin und Boden-Twister. So manche Mumie wagt im wahrsten Sinne des Wortes ein Tänzchen und bewegt sich rhythmisch zur Musik. Die meisten Kunden sind vor dem ersten Mal noch skeptisch, doch die erste Messung zeigt meist erstaunliche Ergebnisse. Vor dem ersten Mal wird man von Margreiters Team an 18 Körperstellen abgemessen, die Zentimeter und das Gewicht werden penibel genau auf der Kundenkarte festgehalten. Nach dem ersten Wickel wird der Vorgang wiederholt, und die meisten können nach dem ersten Mal schon einen erstaunlichen Umfangverlust verzeichnen. Die Mumien kommen aus den verschiedensten sozialen Schichten, Berufsgruppen und Alterstufen. Oftmals ist die Motivation nicht nur der Verlust der Zentimeter, sondern auch die Verbesserung des Hautbildes, sommerlicher Wasserstau in den Beinen oder ganz einfach das erfrischende Gefühl nach dem Wickel."
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